28. Januar 2017

Aus der Redaktion der Bützower Zeitung,von Christina Milbrandt

Biber lässt Felder überfluten

Durch den Dammbau eines Nagers drohen die Flächen von Landwirt Martin Vorbeck zu überschwemmen

Wenn Martin Vorbeck Am Kirchsteig zwischen Qualitz und Göllin unterwegs ist, stehen ihm die Sorgenfalten deutlich ins Gesicht geschrieben. Grund dafür sind die Aktivitäten eines Bibers, der in den dortigen Wasserläufen Dämme und seine Burg gebaut hat. „Dadurch wird ein gewaltiger Rückstau erzeugt, sodass das Wasser in meine Felder fließt“, erklärt Vorbeck. Das bedeutet für den Jabelitzer Landwirt einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden.

Die Wertminderung der Flächen, zu denen auch Pachtland gehöre, sei enorm, sagt Vorbeck. „Man muss aufpassen, dass das Wasser wegkommt.“ Um Abhilfe zu schaffen, hat sich der Landwirt unter anderem mit den Mitarbeitern des Naturparks Sternberger Seenland in Verbindung gesetzt. Die haben den größeren der beiden Dämme mit einem sogenannten Bibertäuscher ausgestattet, einem Rohrsystem, mit dem der Wasserstand reguliert werden kann. „Dem Biber wird dadurch suggeriert, dass sein Damm in Ordnung ist, das Wasser kann aber dennoch abfließen“, erklärt der stellvertretende Naturparkleiter Jan Lippke.

Einfach so aktiv werden, können die Ranger allerdings nicht. „Wir können nicht einfach an die Dämme rangehen, sondern brauchen immer erst die Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde“, so Jan Lippke. Ist die Erlaubnis zum Eingreifen erteilt, muss genau darauf geachtet werden, dass der Lebensraum des Tieres nicht gefährdet wird. So muss der Eingang zur Biberburg immer unter Wasser liegen, sagt Lippke. „Das ist die Voraussetzung für die Tiere. Ist das nicht mehr so, suchen sie sich einen anderen Ort zum Leben.“

Im gesamten Naturpark Sternberger Seenland gibt es zwischen 330 und 350 Biber. Aus Naturschutzsicht eine positive Entwicklung. Denn zwischenzeitlich waren die Tiere fast völlig ausgerottet. Im Zuge eines Ansiedlungsprojektes wurden 1991 elf Tiere in die Region gebracht. „Seitdem haben sie sich gut verbreitet. Wir sind jetzt nicht mehr aktiv, was Ansiedlung anbelangt. Man kann also davon ausgehen, dass die heutige Population direkt aus der Nachzucht der damals ausgesetzten Tiere entstanden ist“, sagt Jan Lippke.

Dass diese Entwicklung Landbesitzer wie Martin Vorbeck in Bedrängnis bringen kann, ist Lippke bewusst. „Wir sehen es generell natürlich positiv. Der Biber gehört in unsere Landschaft und so begrüßen wir es, dass er sich wieder so ausgebreitet hat. Die Probleme der Landwirte können wir aber durchaus verstehen“, betont Lippke. Generell sei es zwar immer einfach, zu sagen, dass die Bewirtschaftung diesen Gegebenheiten angepasst wird, aber das sei natürlich nicht immer möglich. „Wir können in diesem Fall nicht mehr tun, als regelmäßig zu kontrollieren, dass der Bibertäuscher auch funktioniert“, sagt der stellvertretende Naturparkleiter. Massives Eingreifen sei nur gerechtfertigt, wenn eine deutliche Gefahr bestehe. „In Brüel war zum Beispiel eine alte Bahnlinie betroffen. Die Behörde hat dann genehmigt, dass der Damm verfüllt werden darf“, erzählt Lippke. „Wir haben das begleitet und überwacht.“

Involviert ist auch der Wasser- und Bodenverband Obere Warnow. Wenn es in Sachen Biberaktivitäten brenzlig wird, kümmert sich Fred Doradzillo um Lösungen. Liegt eine Genehmigung vor, könnten Teile eines Damms beispielsweise mit der Hand abgetragen werden, sagt der Verbandstechniker. Größeres wird mit einem Bagger erledigt.

Nicht nur die umliegenden Äcker nehmen Schaden, auch die Förster haben jede Menge Arbeit: Rund um die Wasserläufe ist an sämtlichen Bäumen die Rinde abgefressen. „Wir müssen etwa 50 Buchen fällen, weil sie sonst absterben“, berichtet Förster Uwe Hildebrandt, Leiter des Qualitzer Reviers. Ein großer wirtschaftlicher Schaden entsteht dem Forstamt dadurch bislang nicht. Das Holz wird verkauft.

Für Martin Vorbeck bleibt das Problem drängend. Elf Hektar seiner Flächen sind unmittelbar bedroht. „Das ist nicht wenig. Wie gravierend der Schaden ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen, davon bin ich überzeugt“, ahnt der Landwirt Böses.


25 Jahre Bauernverband Bützow

Aus Anlass seines 25 jährigen Bestehens veranstaltet der Bauernverband Bützow e.V. am Samstag, 28.05.2016 in Steinhagen einen Bauernmarkt.
Hierzu erwartet die Besucher ein buntes Markttreiben und eine vielfältige Auswahl an Verkaufs- und Infoständen rund um Landwirtschaft und Handwerk.

Beginn ist 10 Uhr auf dem Speichergelände in Steinhagen.


Agrarministerkonferenz in Göhren-Lebbin

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte fand vom 13. bis 15. April 2016 die Agrarministerkonferenz statt. An den drei Tagen diskutierten die Agrarminister der 16 Bundesländer zu verschiedenen Themen im Bereich Landwirtschaft und Umweltschutz. Schwerpunkte stellten auch hier die aktuelle Milchkrise und der Preisverfall bei Fleisch und Getreide dar.

Begleitet wurden die Gespräche durch Protestaktionen und Demonstrationen des Bauernverbandes. Auch der Bauernverband M-V e.V. beteiligte sich aktiv an den Aktionen. Vertreter aus den regionalen Kreisverbänden sowie Landwirte aus dem gesamten Bundesland nahmen am 14. April an der Demonstration vor dem Tagungsgebäude teil.  


MeLa 2015

Vom 10. bis 13. September 2015 findet die 25. Mecklenburger Landwirtschaftsausstellung in Mühlengeez bei Güstrow statt. In diesem Jahr wird es das erste Mal einen Karrieretag im Rahmen der Messe geben, am Samstag ab 9:30 Uhr in Halle 2. Außerdem werden wir als Landwirte gemeinsam auftreten und für unsere Branche und unseren Beruf werben. Jeder kann uns ansprechen und Fragen stellen. Erkennbar werden dazu alle beteiligten Landwirte grüne T-Shirts tragen mit der Aufschrift: "Ich bin Landwirt, fragen Sie mich!" Die Aktion soll Aufmerksamkeit erzeugen und alle Besucher einladen, uns anzusprechen. Die regionalen Bauernverbände Bützow, Parchim, Nordwestmecklenburg und Demmin sowie die Rinder-Allianz und der Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommern unterstützen die Aktion.


Demonstration der europäischen Landwirte in Brüssel

 

Am 7. September 2015 fand in Brüssel aufgrund der ökonomischen Krise, die zur Zeit die Milchbauern und Viehzüchter in einigen Mitgliedstaaten der EU trifft, eine außerordentliche Ratssitzung der Landwirtschaftsminister statt. Organisiert wurde dies durch den luxemburgischen Ratsvorsitz der EU.

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern hatte dazu am 19. August 2015 im Fachausschuss Milch, mit Schweine- und Geflügelhaltern aus dem Vieh & Fleisch-Ausschuss, einstimmig für eine gemeinsame Fahrt der Landwirte aus Mecklenburg-Vorpommern nach Brüssel plädiert. Mit zwei Bussen erfolgte die Anreise über Nacht. Am Morgen wurden wir in der Bayerischen Landesvertretung empfangen. Herr Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, hielt eine kurze Ansprache. Auch der Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt sprach zu den angereisten Landwirten aus Deutschland, sowie weitere Vertreter des Europaparlaments. Im Anschluss sind wir gemeinsam zum EU-Ratsgebäude gezogen. Viele Landwirte aus Frankreich und weiteren EU-Ländern waren mit ihren Traktoren angereist. Am frühen Nachmittag haben wir die Heimreise angetreten.